Drei Blutdrucksenker im Vergleich

Welcher ist langfristig der beste?--

Von Dr. Elke Oberhofer Veröffentlicht:

Für die kardiovaskuläre Mortalität scheint es nach über 20 Jahren keine Rolle zu spielen, ob eine antihypertensive Therapie mit einem Kalziumantagonisten, einem ACE-Hemmer oder einem Thiazid-ähnlichen Diuretikum gestartet wurde, wie eine Langzeitauswertung der ALLHAT-Daten zeigt.

Die vor 23 Jahren publizierte ALLHAT-Studie hatte damals ergeben, dass eine antihypertensive Therapie mit Chlortalidon bezüglich koronarer Ereignisse und Gesamtsterblichkeit etwa gleich wirksam ist wie Amlodipin oder Lisinopril. Das Diuretikum hatte sich allerdings bei sekundären Endpunkten als günstiger erwiesen: In puncto Herzinsuffizienz war es Amlodipin, und im Hinblick auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall und Herzinsuffizienz Lisinopril überlegen gewesen.

Mehr Schlaganfälle unter ACE-Hemmer

Um Ergebnisse für einen längeren Zeitraum zu erhalten, wurden die Patienten bis zu 23 Jahren (median 14 Jahre) nachbeobachtet. Auch nach dieser Zeit gab es keine Unterschiede bei der kardiovaskulären oder Gesamtsterblichkeit. Im Unterschied zu den vorangegangenen Studien stach die Lisinopril-Gruppe jedoch mit einem um 11 % höheren Risiko für Schlaganfälle. Die dadurch bedingte Sterblichkeit war um 19 % gegenüber Chlortalidon erhöht. Die Langzeitstudie inkludiert Daten von 32.804 Teilnehmenden. Die Behandlung senkte den Blutdruck um median 9,9/6,7 mmHg, Chlortalidon war antihypertensiv am stärksten wirksam. In allen drei Gruppen waren am Ende 79–80 von 100 Personen verstorben.

Einschränkungen

Es sei noch erwähnt, dass nichts über die antihypertensive Therapie nach Ende der ALLHAT-Studie bekannt ist, dass 36 % der Beteiligten eine schwarze Hautfarbe hatten, wo ACE-Hemmer ein Wirkdefizit haben, und dass die antihypertensive Monotherapie heute überholt ist.

Fazit

23 Jahre nach ALLHAT liegen Diuretikum, Kalzium-Antagonist und ACE-Hemmer nahezu gleichauf.

Unter dem ACE-Hemmer wurden mehr Schlaganfälle beobachtet.

Allerdings hat die Studie wichtige Limitationen.

Literatur-- Yamal JM et al. JAMA Netw Open. 2023;6(12):e2344998

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