Mentoring-Programm − es ist nie zu früh

Karrierebegleitung-- Der Begriff des Mentorings hat eine lange Tradition und geht bis in die Antike zurück. Die Konzepte haben sich im Laufe der Jahre erheblich verändert, sie werden kontinuierlich an gesellschaftliche und wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfordernisse, vor allem aber an persönliche Gegebenheiten der Mentees angepasst.

Von Dr. Karin Rybak Veröffentlicht:
Vier Mitglieder der Taskforce Mentoring, v.l.n.r, Kathrin Küssner, Dr. Victoria Johnson, Dr. Karin Rybak, Prof. Oliver Bruder. DGK/Hauss

Vier Mitglieder der Taskforce Mentoring, v.l.n.r, Kathrin Küssner, Dr. Victoria Johnson, Dr. Karin Rybak, Prof. Oliver Bruder.

© DGK/Hauss

Mentoring ist ein begleitender Prozess, geprägt von vertrauensvollem Miteinander, von dem beide Seiten persönlich profitieren sollten. Der Grundgedanke ist nach wie vor aktuell. Kathy Kram hat es 1988 so formuliert: „A mentor is a higher ranking, influential, senior organization member with advanced experience and knowledge who is committed to provide upward mobility and support to a protégé´s professional carreer.“

Mentoren-Stimmen zum Programm

Das Mentoring-Angebot der DGK wird von den jungen Mitgliedern dankend angenommen, was sich in steigenden Anmeldezahlen zeigt. 15 namhafte Mentorinnen und Mentoren, u. a. der Präsident der DGK, standen den Mentees jüngst in Bonn bei den Herztagen für zwei Stunden zum Speed-Mentoring zur Verfügung. Prof. Holger Thiele berichtet: „Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wichtig die frühzeitige strategische Planung einer beruflichen Laufbahn ist. Wenn ich selbst ein Mentoring wahrgenommen hätte, dann hätte ich vermutlich früher einige Umwege in meiner Karriere vermeiden und auch wissenschaftlich in meiner Anfangszeit etwas zielgerichteter arbeiten können. Daher kann ich das Mentoring-Programm der DGK nur begrüßen und beteilige mich selbst aktiv daran.“

Speed-Monitoring in Präsenz-- Das Speed-Mentoring bei den Herztagen wird immer beliebter. DGK

Speed-Monitoring in Präsenz-- Das Speed-Mentoring bei den Herztagen wird immer beliebter. DGK

© DGK

Dr. Franz Goss ist Mentor und war auch beim Speed-Mentoring bei den Herztagen dabei. Auch er betont die Wichtigkeit des Programms für junge Kolleginnen und Kollegen: „Schade, dass es das Mentoring nicht schon vor 30 Jahren gab. Hätte ich damals vor der Niederlassung auf die Erfahrungswerte etablierter Kolleginnen und Kollegen zurückgreifen können, wären viele Stolpersteine in der Gründungsphase vermeidbar gewesen. Gerade Themen wie Standortanalyse, Finanzierung mit Risiko-Management, Praxis Organisation (‚KV-Welt‘) und Personalführung sind für die meisten Niederlassungswilligen Neuland, dessen Gestaltung aber die weitere Lebensplanung erheblich beeinflusst. Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sind nicht einfacher geworden, deshalb gebe ich meine Erfahrungen gerne im Mentoring-Programm der DGK an die jüngeren Kolleginnen und Kollegen weiter.“

Mentoring beginnt im Studium

Das vorrangige Anliegen der Taskforce Mentoring (TFM) ist der frühzeitige Start einer Karrierebegleitung. Sie arbeitet kontinuierlich daran, dieses Vorhaben in die Praxis umzusetzen. Ziel ist es, schon an den Universitäten Studierende für das kardiologische Fachgebiet zu begeistern und somit den kardiologischen Nachwuchs zu sichern. Um die Nähe zu jungen Kolleginnen und Kollegen zu realisieren, ist die enge Zusammenarbeit mit der Young DGK wichtig. Per ex officio werden die Sprecherin oder der Sprecher der Young DGK aus diesem Grund zukünftig auch Mitglied der TFM sein. Die Young DKG entwickelt und realisiert aktuell interessante Konzepte, um bereits an den Universitäten Ansprechpartnerinnen und -partner für die Studierenden aus den Reihen der DGK zu etablieren, um die Wege in die Kardiologie zu erleichtern.

Das Interesse junger Menschen an einer frühzeitigen Aufnahme in das Mentoring-Programm hat sich zum Speed-Mentoring in Bonn gezeigt, zu dem erstmalig studentische Mitglieder zugegen waren. Mehr Studierende beantragen die Mitgliedschaft in der DGK, um die vielfältigen Möglichkeiten zur Vernetzung durch die DGK nutzen zu können. Die TFM arbeitet aktuell an Konzepten zur Zusammenarbeit mit den Landesärztekammern und deren Fachkommissionen Kardiologie.

Hinweis-- Weitere Informationen unter https://mentoring.dgk.org/

Kontakt-- Taskforce Mentoring: mentoring@dgk.orgn

Literatur-- Kram KE. Mentoring at work: Developmental relationships in organizational life. University Press of America; 1988

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