Vorhofflimmern und Herzinsuffizienz – maligne Verwandte
Kommentar--
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Prof. Dr. med. Rolf Wachter, Leipzig
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1. Bei Patienten mit Herzinsuffizienz und reduzierter Ejektionsfraktion besteht der Prognosevorteil des Betablockers nur bei Sinusrhythmus, wenig bis gar nicht bei Vorhofflimmern.
2. Patienten mit Herzinsuffizienz und reduzierter Ejektionsfraktion sind die einzige Patientengruppe, die prognostisch von einer Pulmonalvenenisolation profitiert, wie die CASTLE-AF-Studie und die beim ESC präsentierte CASTLE-HTx-Studie belegen konnten.
Eine offene Frage ist, ob eine Pulmonalvenenisolation auch die Symptomatik bei Patienten mit Vorhofflimmern verbessern kann. Häufig lässt sich ja gar nicht genau zuordnen, ob das Vorhofflimmern oder die Herzinsuffizienz für bestimmte Beschwerden (z. B. Luftnot) verantwortlich sind. Für die Beantwortung dieser Frage bedarf es allerdings einer Verblindung der Patienten (und behandelnden Ärzte), beispielsweise durch eine Scheinbehandlung. Mit der SHAM-PVI-Studie [2] und der PVI-sham-AF-Studie [3], bei der auch Patienten mit Herzinsuffizienz und erhaltener Ejektionsfraktion eingeschlossen werden, sind dazu aktuell zwei Studien unterwegs.
Literatur--
1. Santhanakrishnan R et al. Circulation. 2016;133:484-92
2. Dulai R et al. Clin Cardiol. 2023; https://doi.org/10.1002/clc.24066
3. NCT05119231. clinicaltrials.gov. Accessed Aug 9, 2023. https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT05119231