Was genau ist das CKM-Syndrom?

Neue Krankheitsbezeichnung-- Die US-Herzgesellschaft AHA hat vor kurzem die Kombination aus kardiovaskulären, renalen und metabolischen Risikofaktoren und Erkrankungen zu einem Syndrom zusammengefasst.

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

Kardiovaskulär (CV) Erkrankte haben oft auch einen Diabetes und eine Niereninsuffizienz – schließlich beeinflussen sich die drei Leiden gegenseitig. Um Prävention und Management dieser Krankheiten zu verbessern, hat die US-Herzgesellschaft AHA vorgeschlagen, die Kombination als „kardiovaskuläres renales metabolisches Syndrom“ (cardiovascular-kidney-metabolic, CKM) zusammenzufassen.

Wozu dient die neue Bezeichnung?

Die AHA verweist darauf, dass metabolische Erkrankungen wie Adipositas und Typ-2-Diabetes sowie chronische Nierenerkrankungen praktisch jedes wichtige Organsystem schädigen. Sie erhöhen vor allem das Risiko für CV Erkrankungen, einschließlich Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern, KHK, Schlaganfall und PAVK, sowie die Wahrscheinlichkeit eines vorzeitigen Todes. Zusammen verursachten Herzkreislauferkrankungen, Nierenleiden und Diabetes 2021 in den USA mehr als 1 Mio. Todesfälle, was 29 % aller Todesfälle entspricht. Die Adipositasepidemie und die damit verbundenen Folgeerkrankungen sorgten zuletzt dafür, dass sich der über Jahrzehnte hinweg beobachtete Rückgang der CV Mortalität deutlich verlangsamt.

Was ist das CKM-Syndrom?

Letztlich markiert der Begriff eine Gesundheitsstörung aufgrund von Verbindungen zwischen Herzkrankheit, Nierenerkrankung, Diabetes und Adipositas. Das Syndrom erhöht das Risiko für die Entwicklung und das Voranschreiten von Herzkreislauferkrankungen und umfasst sowohl gefährdete Personen, als auch solche mit bestehender CV Erkrankung.

Wie wird das Syndrom definiert?

Das Syndrom wird in 4 Stadien eingeteilt:

Stadium 0: Keine CKM-Risikofaktoren.

Stadium 1: Die Betroffenen haben überschüssiges oder dysfunktionales Körperfett. Hier sollten ein gesunder Lebensstil und eine Gewichtsreduktion von mindestens 5 % angestrebt werden. Tests auf Blutdruck, Blutzucker, Triglyzeride werden alle zwei Jahre empfohlen.

Stadium 2: Es bestehen Stoffwechselrisikofaktoren – vor allem eine Hypertriglyzeridämie, eine Hypertonie, ein Typ-2-Diabetes und ein metabolisches Syndrom, oder es liegt eine moderate bis hochgradige chronische Nierenerkrankung vor. Entsprechend sollten Ärztinnen und Ärzte gegen diese Risikofaktoren und Erkrankungen vorgehen, bei gegebener Indikation auch durch den frühen Einsatz von SGLT-2-Hemmern oder GLP-1-Rezeptoragonisten.

Stadium 3: Subklinische CV Erkrankungen mit CKM-Syndrom, hohes Risiko für eine Herzkreislauferkrankung oder sehr hohes Risiko für eine chronische Nierenerkrankung. Nötig ist hier eine intensivere Therapie zur Prävention einer Niereninsuffizienz und von kardiovaskulären Ereignissen.

Stadium 4: Klinisch manifeste CV Erkrankungen mit CKM-Syndrom, ohne (4a) oder mit Nierenkrankheit (4b). Betroffene haben häufig schon Herzinfarkte und Schlaganfälle durchgemacht, nun steht die Therapie der einzelnen CKM-Komponenten im Vordergrund sowie die Prävention von CKM-Ereignissen.

Empfohlen werden ganzheitliche und interdisziplinäre Versorgungsstrategien, einschließlich werte- und volumenbasierter Modelle. Die Bildung multidisziplinärer Teams und kommunaler Partnerschaften kann Ressourcen für eine effektive Reaktion mobilisieren

Fazit

Kardiovaskuläre Erkrankungen in Kombination mit Diabetes und Niereninsuffizienz wurden als „kardiovaskuläres renales metabolisches Syndrom“ (CKM) zusammengefasst.

Das CKM-Syndrom wird dem Schweregrad entsprechend einem von 4 Stadien zugeordnet.

Literatur-- Ndumele CE et al. Circulation. 2023;148(20):1606-35
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