Kardiale Sarkoidose

Zur Diagnose per CMR-- Für die Behandlung der Sarkoidose ist es wichtig, zwischen der aktiven und der chronischen Form zu unterscheiden. Das geht am besten mittels Hybrid-PET/CMR – doch diese ist momentan noch selten verfügbar.

Von Prof. Simon Greulich Veröffentlicht:
Abb. 1-- 39-jähriger Patient mit bekannter Sarkoidose, im Hybrid PET/CMR Nachweis Late Gadolinium Enhancement inferior (A), korrespondierend hierzu 18F-FDG Anreicherung (B), passend zu aktiver kardialer Sarkoidose. Greulich

Abb. 1-- 39-jähriger Patient mit bekannter Sarkoidose, im Hybrid PET/CMR Nachweis Late Gadolinium Enhancement inferior (A), korrespondierend hierzu 18F-FDG Anreicherung (B), passend zu aktiver kardialer Sarkoidose.

© Greulich

Ähnlich wie bei der Myokarditis ist die Klinik von Patienten mit kardialer Sarkoidose hochvariabel. Sie reicht von völligem Wohlbefinden bis hin zu Herzinsuffizienz, Rhythmusstörungen und plötzlichem Herztod [1, 2]. Dabei ist die granulomatöse myokardiale Inflammation initial noch potenziell reversibel, kann jedoch bei Persistenz in eine irreversible Fibrosierung mit entsprechender Narbenbildung übergehen [3]. Die kardiale MRT (CMR) kann hier ähnlich wie bei der Diagnostik einer Myokarditis durch die nicht invasive myokardiale Gewebecharakterisierung (Late Gadolinium Enhancement, T1- und T2-Mapping) entscheidend zur Diagnostik und damit einhergehend zu einer möglichen immunsuppressiven Therapieentscheidung beitragen. Die Ergänzung um eine kardiale 18F-Fluorodeoxyglucose(FDG)-PET-Untersuchung als Goldstandard des nicht invasiven Inflammationsnachweises (idealerweise als simultanes Hybridverfahren) lässt darüber hinaus eine Unterscheidung zwischen aktiver und chronischer kardialer Sarkoidose treffen [3].

Da normalerweise das Myokard aufgrund des ausgeprägten Glukose-Stoffwechsels viel FDG-PET aufnimmt, ist eine diätetische Vorbereitung mit einer Low-Carb-High-Fat-Diät notwendig, um das Myokard auf den Fettsäurestoffwechsel umzustellen. Da hingegen die inflammatorischen Zellen zwingend auf Glukose angewiesen sind, kann man somit die Entzündung vom normalen Myokard unterscheiden (Abb. 1) [4]. Damit eignet sich die Methode des Hybrid-PET/CMR neben der initialen Diagnostik auch für das weitere Monitoring der Patienten mit kardialer Sarkoidose, z. B. unter immunsuppressiver Therapie. Einschränkend ist zu bemerken, dass die Verfügbarkeit von Hybrid-PET/CMR-Scannern in Deutschland derzeit gering ist.

Fazit

Die Diagnostik einer inflammatorischen Herzerkrankung sowie deren Charakterisierung in aktive vs. chronische Prozesse gelingt mit der kardialen Hybrid-PET/ CMR wie am Beispiel der kardialen Sarkoidose gezeigt werden kann.

Kontakt-- Prof. Dr. Simon Greulich, Universitätsmedizin Tübingen, simon.greulich@med.uni-tuebingen.de

Literatur--

1. Greulich S et al. JACC Cardiovasc Imaging. 2013;6:501-11

2. Ammirati E et al. Circ Heart Fail. 2020;13(11):e007405

3. Greulich S et al. JACC Cardiovasc Imaging. 2022;15:445-56

4. Filomena D et al. Front Cardiovasc Med. 2022;9:877364

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