Schlechtere Prognose: TI bei HFpEF

Limitierte Therapieoptionen-- Bei vielen Patienten mit Herzinsuffizienz mit erhaltener Pumpleistung (HFpEF) funktioniert die Trikuspidalklappe nicht so wie sie soll. Da diese Patienten häufig Komorbiditäten aufweisen, nehmen Untersuchungen zur interventionellen Therapie Fahrt auf.

Von PD Dr. Christian Besler Veröffentlicht:

Pathophysiologisches Konzept (Abb. 1)-- Genese der funktionellen Trikuspidalklappeninsuffizienz bei HFpEF. Besler LA: linker Vorhof, LV: linker Ventrikel,LVEDP: linksventrikulärer enddiastolischer Druck,PH: pulmonale Hypertonie, RV: rechter Ventrikel.

Pathophysiologisches Konzept (Abb. 1)-- Genese der funktionellen Trikuspidalklappeninsuffizienz bei HFpEF. LA: linker Vorhof, LV: linker Ventrikel, LVEDP: linksventrikulärer enddiastolischer Druck, PH: pulmonale Hypertonie, RV: rechter Ventrikel.

© Besler

In Herzinsuffizienz-Registern weist etwa jeder fünfte Patient mit einer HFpEF eine moderate bis schwere funktionelle Trikuspidalkappeninsuffizienz (TI) auf. Dies ist auch nach Adjustierung für weitere prognoserelevante Faktoren mit einer erhöhten Gesamtmortalität assoziiert. Wenngleich das pathophysiologische Verständnis noch limitiert ist, scheinen rechtsatriale und rechtsventrikuläre Remodelingprozesse – isoliert oder in Kombination – zur Genese einer TI bei der HFpEF beizutragen (Abb. 1).

Da medikamentöse Therapieoptionen bislang limitiert sind und das Mortalitätsrisiko einer isolierten Trikuspidalklappenchirurgie gerade bei älteren Patienten mit Komorbiditäten erhöht ist, werden Transkatheter-Verfahren zur TI-Behandlung momentan umfangreich untersucht. In den hierzu bislang publizierten Analysen weist interessanterweise die Mehrzahl der Patienten einen HFpEF-Phänotyp auf, und zumindest retrospektive Daten legen einen besonderen Nutzen der interventionellen TI-Reduktion bei diesen Patienten im Hinblick auf das klinische Outcome nahe. Ob sich die TI zukünftig als Behandlungsziel bei der HFpEF etabliert, hängt unter anderem von zwei Faktoren ab: einerseits von den Ergebnissen randomisierter Studien mit adäquaten Kontrollgruppen unter SGLT-2-Inhibitortherapie, anderseits von einer besseren Charakterisierung der kardialen und extrakardialen Auswirkungen der TI im Rahmen der Herzinsuffizienz.

Fazit

Die funktionelle TI bei HFpEF ist häufig und prognostisch relevant; rechtsatriale und/oder rechtsventrikuläre Veränderungen sind an der Entstehung beteiligt.

Mehrere Kathetertechniken zur TI-Reduktion sind sicher und effektiv; ein in Studien beobachteter klinischer Nutzen rechtfertigt die weitere Evaluation der TI.

Kontakt-- PD Dr. Christian Besler, Universitäts-Herzzentrum Freiburg/Bad Krozingen, christian.besler@uniklinik-freiburg.de

Literatur beim Verfasser

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