Trainingstherapie bei HFpEF

Gute Evidenz-- Patienten mit diastolischer Herzinsuffizienz profitieren von einem regelmäßigen körperlichen Training: Die Symptomlast sinkt, während körperliche Leistungsfähigkeit und Lebensqualität steigen.

Von Dr. Anna Feuerstein und Prof. Frank Edelmann Veröffentlicht:

Die Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF) ist eine der häufigsten Formen der Herzinsuffizienz mit zunehmender Prävalenz, hoher Symptomlast und schlechtem Outcome. Noch bis vor Kurzem ergaben die meisten pharmakologischen Interventionsstudien bei HFpEF neutrale Ergebnisse. Im Gegensatz dazu haben Studien zu körperlichen Trainingsinterventionen konsistent große, signifikante und klinisch relevante Verbesserungen der Herzinsuffizienz-Symptome, der körperlichen Leistungsfähigkeit und der Lebensqualität gezeigt [1, 2]. Die pleiotropen Effekte von körperlichem Training beruhen auf mehreren Mechanismen, allen voran der peripheren Adaptation der Skelettmuskulatur, aber auch auf positiv chronotropen Effekten bei chronotroper Insuffizienz, auf antiinflammatorischen, antihypertensiven und antidepressiven Effekten [3] (Abb. 1).

Positive Wirkungender Trainingstherapie (Abb.  1)-- Pleiotrope Effekte von Trainingstherapie bei chronischer HFpEF.MLHF: Minnesota Living WithHeart Failure Questionnaire,KCCQ: Kansas City CardiomyopathyQuestionnairemit freundl. Genehmigung aus Sachdev V et al. Am Coll Cardiol. 2023;81:1524-42

Positive Wirkungen der Trainingstherapie (Abb. 1)-- Pleiotrope Effekte von Trainingstherapie bei chronischer HFpEF.MLHF: Minnesota Living With Heart Failure Questionnaire, KCCQ: Kansas City Cardiomyopathy Questionnaire

© Sachdev V et al. Am Coll Cardiol. 2023;81:1524-42

Bereits drei Monate Training verbessern die maximale und submaximale Leistungsfähigkeit und die physische Lebensqualität [1]. Dabei wird meist eine Kombination aus moderatem (aerobem) Ausdauertraining und Krafttraining großer Muskelgruppen empfohlen (Herzsport). Auch hochintensives Intervalltraining ist effektiv, zeigt jedoch keine Überlegenheit gegenüber moderatem Ausdauertraining [2]. Entscheidend ist die Adhärenz des Patienten, d. h. die konsequente regelmäßige Teilnahme am Training. Um diese zu stärken, sollte das Training insbesondere zu Beginn und bei unerfahrenen Patienten individuell angepasst werden, z. B. mittels Spiroergometrie.

Fazit

Eine HFpEF ist häufig und mit belastenden Symptomen und schlechtem Outcome verknüpft.

Bereits 3 Monate Training verbessern die Leistungsfähigkeit und die physische Lebensqualität. Dabei ist nicht so sehr die Trainingsform, wie die Adhärenz entscheidend.

Kontakt-- Dr. Anna Feuerstein, Deutsches Herzzentrum der Charité, Campus Virchow-Klinikum, Berlin, anna.feuerstein@dhzc-charite.de

Literatur--

1. Edelmann F et al. J Am Coll Cardiol. 2011;58:1780-91

2. Mueller S et al. J Am Med Ass. 2021;325:542-51

3. Sachdev V et al. Am Coll Cardiol. 2023;81:1524-42

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