Kabellose Schrittmacher: noch sind viele Fragen offen
Kommentar--
Veröffentlicht:
Prof. Dr. Christian Meyer--Düsseldorf Meyer
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Nicht überraschend war daher, dass die aktuellen Leitlinien der ESC (2021) bei aller Faszination noch eine vergleichsweise zurückhaltende Empfehlung ausgesprochen haben. So gilt es beispielsweise im Detail für mehr Patientinnen und Patienten zu klären, wie diese Geräte im Herzen verwachsen bzw. wie im Einzelfall mit einer Batterieerschöpfung o. ä. umzugehen ist (zusätzliche Implantation, ggf. Explantation). Auch ist für die meisten Menschen mit Bradyarrhythmien gegenwärtig ein 2-Kammer-Schrittmacher in der Regel das System der Wahl (Sick Sinus Syndrom, AV-Blockierungen). Unterdessen gilt es Erfahrungen mit kabellosen Herzschrittmachern, die über eine atriale Stimulationsfähigkeit verfügen, erst noch zu sammeln.
Fazit: Kabellose Herzschrittmacher stellen bereits seit einigen Jahren im Einzelfall eine hochinteressante und wichtige Therapieoption dar. Mit der Lösung aktuell noch im Raum stehender zentraler Fragen ist ein zunehmender Einsatz entsprechender Technologien zu erwarten und müssen in der (Nach-)Betreuung entsprechend versorgter Patientinnen und Patienten berücksichtigt werden.