VF-Ablation bei terminaler Herzschwäche
CASTLE-HTx-Studie-- Schwerkranke Patienten mit terminaler Herzinsuffizienz, die für eine Herztransplantation in Betracht kommen, profitieren bei Vorhofflimmern in erheblichem Maß von einer Katheterablation. Das zeigt die an einem deutschen Herzzentrum durchgeführte CASTLE-HTx-Studie.
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Eine Katheterablation ist bei der Kombination von terminaler Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern hilfreich.
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Die klinische Forschung hat bislang keine überzeugenden Gründe liefern können, um Schwerkranke mit Herzinsuffizienz im Endstadium und symptomatischem Vorhofflimmern noch einer Katheterablation zu unterziehen. Das wird sich mit den Ergebnissen der CASTLE-HTx-Studie vermutlich ändern. Denn nach einer Katheterablation sind nicht nur Implantationen eines linksventrikulären Unterstützungssystems (LVAD) seltener erforderlich. Auch die Zahl der Todesfälle lässt sich anscheinend deutlich reduzieren. Somit könnte die Katheterablation dank besserer Überlebenschancen dazu beitragen, dass mehr Patienten auf der Transplantationsliste, die auf ein Spenderorgan warten, tatsächlich ein neues Herz bekommen können.
Evidenz für eine wichtige Fragestellung

Weniger Herztransplantationen waren nach Ablation von Vorhofflimmern nötig.
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Signifikant weniger Todesfälle
Primärer Studienendpunkt war eine Kombination aus allen aufgetretenen Todesfällen und Verschlechterungen der Herzinsuffizienz, die eine dringende Herztransplantation oder Implantation eines kardialen Unterstützungssystems (LVAD) erforderten. Die Studie ist aufgrund von frühen Vorteilen der interventionellen Ablationstherapie vorzeitig gestoppt worden. Zum Zeitpunkt des Abbruchs betrug die mediane Follow-up-Dauer 18 Monate. Wie Sohns berichtete, waren bis dato bei acht Patienten (8,2 %) in der Ablationsgruppe und bei 29 Patienten (29,9 %) in der medikamentös behandelten Gruppe primäre Endpunktpunktereignisse aufgetreten (Hazard Ratio: 0,24; p < 0,001).
Entscheidend für den Unterschied war die niedrigere Zahl von Todesfällen in der Ablationsgruppe (6 vs. 19 Ereignisse; HR: 0,29; p = 0,005). Davon waren die meisten kardiovaskulär verursacht (5 vs. 18 Ereignisse). Auch LVAD-Implantationen (1 vs. 10 Ereignisse, p = 0,004) und dringliche Herztransplantationen (1 vs. 6 Ereignisse, nicht signifikant) waren nach Katheterablation seltener. Die Ablation war zudem mit einer Zunahme der linksventrikulären Auswurffraktion (um 7,8 vs. 1,4 Prozentpunkte) und einer Reduktion der atrialen Arrhythmie-Last (atrial fibrillation burden) assoziiert.
Limitierungen der Studie
Als monozentrische Studie stimuliert CASTLE-HTx natürlich zur Frage, ob die Ergebnisse generalisierbar sind. Auch könnte aufgrund des frühzeitigen Abbruchs der relativ kleinen Studie ein Ausmaß an Wirksamkeit der Katheterablation suggeriert worden sein, welches bei längerer Beobachtungsdauer geringer hätte ausfallen können. Andererseits könnte aufgrund der Tatsache, dass auch 16 % der Patienten in der Kontrollgruppe eine Ablationstherapie erhalten haben, der eigentliche Vorteil dieser Behandlung unterschätzt werden.
Fazit
Bisher war unklar, ob bei terminaler Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern der Aufwand einer Ablation noch lohnt.
Die CASTLE-HTx-Studie zeigt erstmals einen Vorteil des Eingriffs: Todesfälle, LVAD-Implantation und Herztransplantationen wurden reduziert.
Eine Limitation besteht darin, dass es sich um eine monozentrische Studie handelt.
Quelle-- ESC-Kongress, Hot-Line-Session 6; 25. bis 28. August in Amsterdam