Die Sorgen der Patienten besprechen

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Ein Kommentar von Dr. Heribert Brück Veröffentlicht:
Dr. Heribert Brück-- Kardiologe aus Erkelenz und BNK-Pressesprecher Brück

Dr. Heribert Brück-- Kardiologe aus Erkelenz und BNK-Pressesprecher

© Brück

Sie kennen das aus Ihrer Praxis oder Klinik sicherlich auch, es gibt Tage, an denen alles geschmeidig läuft und Tage, an denen ein deutlich höherer Gesprächsbedarf besteht. So wie gestern bei mir. Los ging es mit einem Patienten ohne Termin, in der Info: „hat Beschwerden und gestern beim Hausarzt ein Vorhofflimmern“. Laut Dauerdiagnosen war ein paroxysmales Vorhofflimmern bei ihm länger bekannt. Auf die Frage nach Beschwerden, meinte er, dass er etwas weiter ausholen müsse. Er zückte eine Mappe mit Fotos und schilderte sein Problem: Seit er einen neuen Nachbarn habe, und auf dem Foto sei das doch klar zu sehen, verstrahle der ihn, auch wenn die Polizei das anders sehen würde. Auf dem Foto waren zwei Lichtreflexe, wohl Artefakte, die er als Strahlen interpretierte. Ich ging nicht weiter darauf ein, was er auch ohne Murren akzeptierte. Auf Nachfrage verneinte er thorakale Beschwerden oder Rhythmusstörungen, sodass ich mich fragte, warum er zu mir geschickt wurde und nicht zum Psychiater.

Später kam ein Mann, ebenfalls ohne Beschwerden, der nachfragte, ob seine Stents, die er seit über 10 Jahren habe, nicht noch einmal mit einer Coro kontrolliert werden müssten. Das habe der Neurologe seiner Frau gesagt, da Stents nur 6 Jahre halten würden. Auch hier war ein längeres Gespräch erforderlich. Und dann war da noch der Mann einer Patientin, die zwei Tage zuvor da war und berichtete, dass sie die gleichen Beschwerden habe wie vor ihrer Behandlung vor 6 Jahren. Dass sie damals Koronar-Stents bekommen hatte, wusste sie nicht, aber es gab glücklicherweise einen Befund darüber. Ich sagte ihr, dass hier dringend eine neue Coro erforderlich sei. Wir bekamen dann auch einen kurzfristigen Termin, doch jetzt wollte sie plötzlich nicht mehr, da sie an diesem Tag in Urlaub fahren wollten und überhaupt wolle sie lieber keine Coro. Ich habe ihm noch einmal erklärt, dass ich das nicht verantworten könne, worauf er meinte, dass seine Frau eben sehr speziell sei. Was sollte ich da noch sagen?

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